Du kennst das: du versuchst mit deiner Krankheit zu leben.
Das Positive zu sehen, dich nicht unterkriegen zu lassen.
Du schwankst zwischen “trotz MS” und “mit MS”.
Zwischen “ich kann nicht mehr” und “leben mit MS in Frieden”.

Welchen Weg soll ich gehen, was sagt mein Körper und wo bin ich in dem Ganzen?

Ich habe mich entschieden, das Leben MIT MS  und Freiheit zu suchen, weniger das des Kämpfers gegen die Krankheit.
Deshalb versuche ich meine Energie auf entspannende, schöne, beflügelnde und kreative Momente des Tages zu lenken.

Das ist schwierig, finde ich und wird immer wieder unterbrochen.
Durch Fatique, durch Zeiten, in denen ich mich angstvoll frage, ob meine Bewegungseinschränkungen zugenommen haben.
Oder einfach durch eine Riesenwut auf diese blöden Beine, die mich nicht so laufen lassen, wie ich möchte.

Annette kocht-

Aber es ist, wie es ist.

Ich habe diese Krankheit und ich habe, wie alle anderen EIN Leben. Dieses Leben möchte ich nicht mit ärgern, wütend sein oder Angst haben verbringen, sondern es genießen, mit allen Sinnen und ich kann dir nur raten, das auch zu tun.

Wenn du es schaffst den schönen Dingen, Situationen, Gefühlen und Gedanken Raum zu geben.
Sie “durchlässt” durch Beschwerden, Schwierigkeiten und Ängste, wirst du sehen, dass sie auch tatsächlich größer werden und mehr Raum einnehmen und dir mehr Freiheit geben.

Deine Schwierigkeiten und Beschwerden sind da, natürlich, aber sie sind angenommen und dürfen sich ausruhen, Pause machen und zur Seite treten.

Geh’ raus, hör dir die Vögel an (klingt kitschig, hilft aber tatsächlich) oder betrachte Bäume und Blätter und lass dein Herz froher werden.

Das erdet und beruhigt. Es gibt Kraft die MS anzunehmen und lässt dir die Freiheit das Schöne zu sehen.

Atme und überleg dir, was du tun möchtest.
Wenn es dir komisch, unpassend oder ungewohnt vorkommt, tue es gerade deswegen.

Ich kann dir nur sagen: es fühlt sich fantastisch an, macht frei.
Frei zu sein entspannt und Entspannung ist perfekt für MS – Menschen.

 

 

“Das Leben ist zu kurz für später” ist der Titel des Buches von Alexandra Reinwarth, das ich gerade lese. Und ich lege es dir ans Herz. Die Autorin nimmt dich mit zu ihrem Gedanken – Experiment: was würde ich tun, wenn ich noch ein Jahr zu leben hätte?
Diese Reise ist keineswegs ernst und deprimierend, sondern witzig, nachdenklich und sehr inspirierend.
Die Geschichte erdet. Sie bringt zur Ruhe.
Alexandra Reinwarths Geschichte führt den Leser zu sich und zum Wesentlichen zurück.
Sie gibt Souveränität und Gelassenheit und du fühlst dich einfach gut.
Bei mir allerdings dauerte es eine ganze Weile bis ich merkte, dass ich das Gelesenen verinnerlichen und spüren konnte.
Dieser Prozess, den “Das Leben ist zu kurz für später” angestoßen hat, wird mich vermutlich für den Rest meines Lebens begleiten.
Ich glaube, wenn DU einmal einen Fuß auf diesen Weg gesetzt hast und verstanden hast, wohin er dich führt, wirst du ihn nicht mehr verlassen.
Er führt dich nämlich zum Glücklich sein und zur Freiheit.
Ich wünsche dir viel Spaß und Inspiration beim Lesen oder hören (die Autorin liest selbst und es ist großartig ihr zuzuhören).

Alexandra Reinwarth, Das Leben ist zu kurz für später, Mvg Verlag, 2018

 

 

 

Heute übe ich “Nixtun”. Kannst du nix tun? Ich nicht so gut. In meinem Garten steht eine Bank, auf der man hervorragend sitzen und nichts tun könnte…

Meistens stehe ich allerdings auf und zupfe irgendein Blättchen oder Blütchen oder gieße oder laufe rein, um Futter für unsere Schildis zu holen oder…oder…oder..

Wirklich  nichts zu tun und nur so ohne Absicht in die Gegend zu schauen, finde ich schwierig. Wenn es mir aber gelingt  absichtslos nichts zu tun, merke ich, dass Gedanken einen Weg finden, für die sonst viel zu wenig Zeit ist. Gedanken, denen ich mich langsam und manchmal auch mutig nähern muss. Für mich ist es wichtig, mich mit zeitaufwendigen und auch angstmachenden Gedanken auseinander zu setzen. Um ausgeglichen zu sein, im Gleichgewicht, mittig. Der Geist geht dann spazieren, wenn der Körper eine Weile zur Ruhe kommt.
Deshalb übe ich heute “Nixtun”.

 

 

Ich habe meine Zertifizierung zur Ernährungsberaterin begonnen.
Damit folge ich meinem Herzen und gebe einem der wichtigsten Anliegen in meinem Leben Raum.

Was ist gesunde Ernährung?
Welche Ernährung für wen?
Unter welchen Umständen?

Annette kocht- Ernährungsberaterin

Diese Fragen beschäftigen mich mein ganzes Leben.
Allein die Lebenumstände gaben unterschiedliche Ansätze vor.
Mit ungefähr 16 ging’s los: Schneider Taschenbuch, Mädchen. Damals half die Kalorientabelle beim Gewichtkontrollieren, aber die Erkenntnis, dass Obst tatsächlich lecker, kalorienarm und gesund ist, hat sich tief festgesetzt.

Gemüse brauchte etwas länger dafür.

Die Tatsache, dass Bananen ganz schön viele Kalorien haben, führte dazu, dass ich keine Bananen mehr  “mochte”.
Das hat sich wieder geändert.

Annette kocht- Ernährungsberaterin

Über die Jahre sind sehr viele Informationen und Informatiönchen in meinem Kopf zusammen gekommen.
Durch “Kochtraining” (es bleibt dir ja nichts anderes übrig als selbst frisch zu kochen, wenn du deine Familie gesund ernähren willst und du dummerweise weißt, wie ungesund, ja schädlich Fertigprodukte & friends sein können) bin ich immer tiefer in das Thema “gesunde Ernährung” gerutscht.

Allerdings gab es durchaus Tage, an denen ich den Kampf gegen Mäcces & Co. verloren habe. Also alles normal.

Annette kocht- Ernährungsberaterin

Dann und nicht zuletzt, war da noch die Sache mit der MS.
Nach Diagnoseschock und medikamentösen Irrwegen habe ich erfahren, welche Kraft gezielte Ernährung haben kann!
Und wie positiv sich die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper auswirkt, indem du erfährst, was Entspannung und Achtsamkeit für dich tun.

Diese Erfahrungen, die überzeugender sind als alle medizinischen Studien dieser Welt, möchte ich weitergeben und teilen.
Ich möchte sie auf  “professionelle Füße” stellen – als ausgebildete Gesundspädagogin und Ernährungsberaterin!

So kann ich dir noch qualifiziertere Infos geben, meine Rezepte und mein Wissen erweitern.
Das Leben kann so spannend sein und ich freu mich, wenn du mich begleitest!

 

 

Hier geht es nicht ums Kochen, wie du unschwer erkennst.
Hier geht es ums Wohlfühlen!
Ich zeige dir, wie du schnell ein hübsches Aquarell mit einer friedlichen Seelandschaft erschaffen kannst.
Beim Malen entspannst du dich, lass deine Gedanken spazieren gehen, vielleicht an dem Strand, den du gerade malst.
Denk nicht daran, ob dein Aquarell gut oder schlecht ist.
Es wird dein Aquarell, du kannst stolz darauf sein!

Ich helfe dir ein bisschen bei der Technik:

Du brauchst

  • ein gutes Aquarellpapier
  • ein paar Farben: Indigoblau, Ultramarinblau, Lichter Ocker, ein warmes Gelb, ein Olivegrün und ein bisschen Rosa/Pink
  • ein Pinsel Nr.16
  • ein Pinsel Nr.4
  • ein Malmesser (oder ein anderes stumpfes Messer)

Probier ein bisschen aus, wie sich die Farben verhalten: mit viel Wasser, mit wenig Wasser, wenn du fest aufdrückst oder leicht.
Was passiert mit viel Farbe am Pinsel, was mit wenig.

Wenn du dich eingemalt hast, leg einfach los!
Benutz das Indigoblau für den Horizont und das Malmesser, um die Gräser im Vordergrund aus der Farbe zu ziehen.

Annette kocht- Aquarell

Ich wünsch dir viel Spaß und vor allem Entspannung, damit die MS wieder mal Pause macht.